Born to glide

Gleitschirm-Lyrik

Ein Wettstreit aus de.rec.sport.gleitschirm

Editor: Markus Haubt

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Gedichte zusammengefaßt von Josef Gulde


Das unübertroffene Gedicht von Josef Gulde, wenigstens das sollte man gelesen haben.



Andy Angerer bringt arglos den Stein ins Rollen:


> Fliegt einer einen Axon,
> dann bricht er sich die Haxon.

und infiziert als ersten Jan Geisler:

> Oh mein Gott, warum kannst Du Goethe nicht mehr kennenlernen. Ihr hättet
> ein wundervolles Buch der Grossen Lyriker gemeinsam verfassen können.>

> ich hab auch was:

> Fliegt einer einen Omega
> ist er am Landeplatz als erster da

Andy ziert sich:

> Ich flieg nen Frantic & verbitte mir jegliche Reime auf dieses Wort!

und provoziert dadurch Josef zu:

> Wer versenkt sich ständic?
> Der Andy mit dem Frantic!

und weiter...

> Ich flieg *NIE* auf die Fresse,
> denn ich hab den Finesse!

Das wiederum ruft Thomas auf den Plan:

> Jetzt bin ich aber gespannt:
> Was reimt sich auf Thomas, der nen Apco Bagheera fliegt?

und das Echo:

> Was fliegen die Verliera?
> Von Apco den Bagheera!

> oder

> Was kurvt denn da so schlapp? So
> fliegt doch nur der Ap-co!

Andy überschreitet daraufhin als erster die Zweizeiler-Grenze:

> Man kann sich schon vor Lachen biegen,
> wenn man sieht, wie Klappcos fliegen,
> doch noch wesentlich mehr Stress
> hat man nur mit dem Finess.

und legt noch eines nach:

> Doch dann schreibt Sepp noch ein PS
> von seinem seltsamen Finess,
> doch das ist völlig einerlei:
> am Boden bleibt sein Delta-Fly!

> So sitzt am Landeplatz der Wicht,
> denn in die Lüfte kommt er nicht,
> stattdessen ist er nun erpicht,
> daß ihm aufgeht jenes Licht,
> das er nun braucht für sein Revanchegedicht.

Das kann Josef nicht auf sich sitzen lassen:

> Es weiss einjeder weit und breit
> *Finesse* heist *Geschwindigkeit*

> Doch nicht nur schnell ist dieses Teil,
> in Bärten schraubt er eng und steil.

> Der Flügel ist phantastisch wendic,
> das Gegenteil von einem Frantic.

> Zu starten ist er leicht und glatt,
> wenn man für ihn das Händchen hat.

> Und sicher, wie auf Mutters Schoss,
> schwebt man dahin, ganz sorgenlos.

> Das alles brigt er (klar!) nur dann,
> wenn einer *richtig* fliegen kann.

> Finesssss ist nur was für Piloten,
> den Frantic fliegen die Chaoten!

>  Andy, Du hast es so gewollt, wir legen einen Zahn zu: in die nächste Runde

geht es mit Limericks (vor wir zum griechischen Versmass gelangen).

> Der Andy, aus der Hauptstadt von Bayern,
> fühlte sich beim Spiralen stets bleiern.
> Schon nach zweibisdrei Kreisen
> war es ihm echt zum Scheissen
> und er musste meist fürchterlich reihern.

Worauf Andy mit Bravour kontert:

> Der Josef, der hier immer so keck ist,
> doch bei jedem Startversuch Dreck frißt,
> steht rasch bei den Ziegen,
> schafft er's mal zu fliegen,
> weil der Landeplatz viel zu weit weg ist.

und auch Jan Geisler gibt einen waschechten Limerick zum Besten:

> Wenn einer einen Xyon fliegt
> er spielend jeden Wettkampf siegt.
> Säuft er selten einmal ab
> war es wirklich nur sehr knapp,
> Sonst im Vorderfeld er liegt!

Michael Stübing heizt mit seinem Beitrag die gespannte Atmosphäre noch mehr an:

> Der Andy reimt hier wie sonst keiner,
> und Josef, der wird immer kleiner.
> Zum Ausgleich schnappt er den Finesse
> und laeßt so sausen seinen Stress.

> Wenn er sich in die Luefte schwingt,
> gar laut sein Freudenschrei erklingt.
> Doch wenn man dann den Hall vernimmt,
> ist Josef wieder ganz verstimmt.

> Denn schon nach allzu kurzer Zeit,
> macht er sich auf dem Boden breit.
> Und ueber ihm, man sieht es kaum,
> flieg ich ganz hoch, fast wie im Traum

und Josef ist gezwungen zum Gegenschlag auszuholen:

> Ach, was muss man oft von bösen
> Fliegern hören oder lesen,
> wie zum Beispiel hier von diesen,
> welche Jan und Andy hiessen.

> Die, anstatt mich zu verehren
> und zu achten meine Lehren,
> oftmals noch darüber lachten
> und hier freche Verse machten.

> Und jetzt kommt auch noch der Michel
> mit ironischem Gestichel.
> Wer hat denn dem Advokaten
> wohl zu solchem Quatsch geraten?

> *****************

> Als ich neulich mal zum Fliegen
> auf den hohen Berg gestiegen
> traf ich dort die drei Barbaren
> (mit der Seilbahn raufgefahren!)

> Keiner traute sich zu starten,
> wollten auf ein Vorbild warten.
> Also schwang an meinem Flügel,
> ich mich locker von dem Hügel.

> Fing gleich mächtig an zu drehen
> um mal kurz zu überhöhen,
> fand auch nach der Meister Art
> gleich das Zentrum von dem Bart.

> Mit acht Metern pro Sekunde
> stieg ich steil mit jeder Runde
> und schnell ward es kühl und feucht,
> als die Basis war erreicht.

> Kaum konnte ich die Jungs noch sehn,
> weit unten auf dem Startplatz stehn.
> Ich winkte noch mal mit der Hand
> und ging auf Strecke über Land.

> Nachdem ich manches Tal gequert
> (ich fror allmählich unerhört,
> die Finger wurden schon ganz klamm)
> bekam ich Lust aufs Testprogramm.

> Trudeln, Fullstall, grosse Klapper,
> recht zügig ward die Höhe knapper,
> drum flog ich - quasi zum Finale,
> nur noch ganz kurz die B-Spirale.

> Als ich dann froh und unbeschwert
>  zum Startplatz war zurückgekehrt,
> wer stand da immernoch am Boden?
> Man ahnt es schon: Die drei Chaoten!

> Ich machte ein paar Touch-and-goes
> und rief: was ist mit euch denn los?
>  Die Antwort warf mich schier vom Ast:
> Sie wollten warten bis es passt!

Andy outet sich indessen als zwaghafter Reimeschmied...

> Doch Vernunft ist fehl am Platz,
> hat einer mal am Reimen Spaz.
> Hockt man daheim anstatt zu fliegen,
> muß man sich anderweitig halt vergniegen.

> So ziehen blank die Tastater wir,
> auch wenn uns fällt das Dichten schwer hier.

... und wandelt auf den Spuren der Klassiker

> Hat der alte Josef Gulde
> sich grad in die Luft begeben,
> doch schon schlägt er eine Mulde
> gleich beim Landeplatz daneben.

> Wenn Josef, der mit Mühe kaum
> geklettert ist auf einen Hügel,
> gleich nach dem Start hängt in dem Baum
> dann ist das übel.

> Fliege fliege
> manche Strecke
> doch der Josef
> fliegt in'd Hecke.

Eine harmlose Randbemerkung von Josef...

> Mach keine Faxon
> mit deinem Axon!

... genügt schon um Andy rückfällig werden zu lassen

> Denn das Schnalzenlassen aus dem Stall
> mag nur dem Markus sein Mistrall.

> Und der Markus findets schick,
> hat er's Untersegel gut im Blick....

und es steht zu befürchten, dass die ganze Sache noch nicht ausgestanden ist!